Er steht in der Mitte einer Menge von Hunderten von Menschen. Ans Podium angelehnt, blickt er in die ihn anlächelnden Gesichter. Die Story die er uns in seiner Rede erzählt ist einfach, authentisch und packend. Er erzählt von einer Versammlung in einer Kleinstadt, sowie einer Frau die nicht aufhören wollte die folgenden Worte zu sagen: „Fired up. Ready to go.“ Die Menschen hören ihm gebannt zu und zwischendurch gibt es sogar ein paar Lacher. Bis zu dem Punkt, als unser berühmter Redner sagt: „I feel kind of fired up!“ Die Menge fängt an zu jubeln. Ab jetzt sind die Worte seiner Speech(Rede) bedacht und genau platziert. Er erzählt eine Metapher nach der anderen und mit jedem neuen Satz jubeln die Menschen lauter. Bis zu dem letzten Satz, ab dem die begeisterte Menge, kein Halten kennt. Ab diesem Zeitpunkt hat er alle von seiner Vision überzeugt und sie sind bereit ihn als 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu wählen. Der letzte Satz lautet: „Lets go and change the world!” Barak Obamas Manassas, Virginia, Rede vom 11.03.08

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Obamas Redenschreiber, Jon Favreau, betont immer wieder wie essenziell das Storytelling im Wahlkampf von Barak Obama war. Es hat die Menschen mitgerissen und die Vision von Obama greifbarer gemacht. Eine großartige Rede zu schreiben bedeutet auch eine mitreisende Geschichte zu erzählen. Im nächsten Artikel kannst du darüber reflektieren, was du deinen Zuhörern für eine Idee vermitteln willst, welches Gefühl sie nach der Speech haben sollen und warum du deine Geschichte erzählst. Bevor du also deine Geschichte anfängst zu schrieben, frage dich folgende 4 Fragen:

 

1. Warum hältst du diese Rede?

Seit dem Bestseller von Simon Sinek Start with WHY, wissen wir, dass unsere Kommunikation besonders einprägsam wird, wenn wir unser Warum zuerst erläutern. Das liegt daran, dass eine „Why-Kommunikation“ unsere Gefühle anspricht, die wiederum die Basis für unsere Entscheidungen sind. Hast du einmal die Gefühlsebene deines Gegenübers erreicht, dann hast du seine volle Aufmerksamkeit.

Mit diesem Buch kannst du dein Why herausfinden und damit auf den Kern deiner Rede.
Start with Why Buch von Simon Sinek.

Deswegen ist es vorteilhaft vor deiner Rede, sich über dein WHY Gedanken zu machen. Warum machst du das, was du gerade machst? Denke hierbei groß. Hier ein paar WHY Beispiele[1]:

  • Uber: „Transport, so selbstverständlich wie fließendes Wasser für jeden zu jeder Zeit.“
  • Airbnb: „Menschen auf der ganzen Welt miteinander verbinden durch einen Community-Marketplace, damit du dich überall wie zu Hause fühlst.“
  • Quora: „Das Wachsen und Teilen des Wissens auf der Welt einfach zugänglich machen.“

Denke also groß!

 

2. Was bedeutet diese Rede für dich? Was hast du daraus gelernt?

Ist die darin enthaltene Geschichte, eine die deinen Charakter geprägt hat? Oder eine Geschichte, bei der du einen besonderen Menschen getroffen hast? Vielleicht ist es eine Geschichte, bei der du einen großen Erfolg gefeiert hast, oder eine bittere Niederlage. Oder  der erste Kuss, die erste große Liebe, usw. Wichtig ist, dass du weißt, was du daraus gelernt hast. Hier kristallisiert sich die Botschaft deiner Speech heraus.

 

3. Welches Ziel möchtest du mit deiner Rede erreichen?

Welches Ergebnis möchtest du mit deiner Speech erreichen? Bei Martin Luther Kings großer „I have a Dream“ Rede, war das Ziel dem Publikum eine neue Zukunft zu zeigen. Setzt dir ein Ziel für das Ergebnis deiner Ansprache. Denn damit läufst du nicht in Gefahr ein Ergebnis zu bekommen, welches du nicht haben möchtest. Beantworte diese Leitfragen um dein Ziel zu konkretisieren.

  • Was denkt dein Publikum nach deiner Speech?
  • Was sollen die Zuhörer fühlen? Welche Emotionen möchtest du in ihnen besonders fördern?
  • Was sollen sie anders machen?

Wenn du deine Ziele aufschreibst, dann mache es in der SMART Form[2]. Dadurch werden deine Ziele spezifisch, messbar, akzeptabel, realistisch und terminiert sein. Das steigert die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches, dass du deine Ziele erreichst.

 

4. Welches Publikum hört deine Rede?

Denke immer daran, Storytelling ist die Erfahrung des Zuhörers, bei dem die Bilder und die Sinneseindrücke im Kopf entstehen.

Stelle dir folgende Fragen, um mehr über deine Zielgruppe zu erfahren. Wenn notwendig, führe Interviews mit Personen aus deiner Zielgruppe durch.

  • Mit welchem Ziel hören dir deine Zuhörer zu?
  • Wie alt ist deine Zuhörerschaft? Passe dementsprechend deine Metaphern und deine Sprache an.
  • Was sind die Prüfkriterien? Welche Erwartungen haben sie?
  • Was sind die Soziale- oder politische Einstellungen? Welche Haltungen gibt es? Welche Werte vertritt dein Publikum größtenteils?

 

Übung – Schreibe deine Rede

Nimm ein Blatt Papier und schreib dir ein Thema auf zu dem du in Zukunft eine Rede halten möchtest oder halten wirst. Beantworte alle Fragen bevor du anfängst die eigentliche Ansprache zu formulieren. Hänge den Zettel mit den Antworten in deinem Zimmer auf. Vertraue darauf, dass dir Ideen im Alltag, während einer Fahrt oder einer ruhigen Minute, wie aus dem Nichts einfallen werden. Du wirst sehen wie gut das funktioniert. Jedes neue Projekt, jeder Workshop und jede Speech, kreiere ich mit dieser einfachen Methode. Nun ist es wichtig, dass du deine Ideen notierst! Vertraue nicht deinem Gedächtnis! Notiere deine Gedanken. Nach ein paar Tagen, kannst du die gesammelten Ideen in eine Form bringen. Schreibe nun deine Rede auf! Du wirst sehen wie leicht dir das Schreiben fallen wird.

 

Wie ich das bei der größten Bildungsmesse Österreichs gemacht habe, kannst du im folgenden Video sehen:

Sieh dir die original Rede von Barak Obama im folgenden Video an.

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Du bist auf den Geschmack gekommen und möchtest wissen, wie du die Gefühle deine Publikums steuern kannst, dann ließ meinen vorherigen Artikel Beeinflusse ihre Emotionen

Quellen:

[1] – Samuel Hum für https://www.referralcandy.com/blog/start-with-why-examples/
[2] – Sabine Heimann, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Carina Kendler, Sächsisches Bildungsinstitut http://www.sachsen.ganztaegig-lernen.de/sites/default/files/Ideenb%C3%B6rse_Bildungsvereinbarung_SMART_Ziele.pdf

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